Nachtfahrt VS, GE, Lac de Joux, Yverdon

Ziemlich spontan entschliesse ich, die geplante Fortsetzung der unvollendeten Genfersee-Runde in Angriff zu nehmen.

Kurz zusammengefasst: Um 1930 in St.Maurice gestartet und kurz zwei mir noch nicht bekannte Varianten der Ortsdurchquerung rekognosiziert.
Auf dem Rhonedamm durch den Gegenwind und gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang am südlichen Genferseeufer entlang. Irgendwann nach Evian ist es richtig dunkel und teils über die Hauptachse, teils über kleinste Strässchen gehts nach Genf, wo die Temperatur noch immer kurz-kurz zulässt.
Wellig durchs Hinterland an die Veloroute 50 (die mir eigentlich nur zwischen Solothurn und Olten bekannt ist und von der ich nicht wusste, dass sie so weit reicht) bis an den Fuss der Hauptsteigung. Im kleinsten Gang und absolut verkehrsfrei auf der Veloroute 7 durch das selbst in tiefster Nacht malerisch schön zu durchfahrende Combes de Amburnex. Bremsen heiss statt Velo schnell laufen lassen hinunter zum Lac de Joux und absolut ruhig diesem entlang – zwischen Bogis und Vallorbe sehe ich kein einziges fahrendes Auto!
Rasante Abfahrt nach Vallorbe und schöne Abfahrt weiter Richtung Yverdon.
Wenige Km vor dem Bahnhof noch 1.5h Schlaf und später im Zug nochmals so viel.

Hat Spass gemacht!

Nur zwei Fotos:

Abendstimmung am Südufer des Lac Leman

Jet d’Eau by Night

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Brig-Genf

Um ca. 5 Uhr morgens wage ich mich vor die Haustür. Die erste ÖV-Verbindung nach Brig fährt um 0504 – leider direkt vor meiner Nase und ohne mich. Es handelt sich um einen Regionalzug mit anschliessendem halbstündigem Aufenthalt in Bern: Kurzentschlossen fahre ich die 25km gleich mit dem Velo bei -2°C und erreiche planmässig den ersten IC von Bern nach Brig.

Die geplante Route führt von Brig möglichst auf motorfahrzeugfreiem Asphalt an den Genfersee und im Gegenuhrzeigersinn darum herum.

Auf den ersten Metern sinkt die Tacho-Temperatur von wohliger Zugabteil-Wärme bis -6°C. Der trockene Fahrbahnbelag täuscht und in einer etwas zackig gefahrenen Kurve rutscht das Velo… Ausser ein paar Schrammen an Haut und Velo nichts passiert.

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Erste Sonnenstrahlen auf den Bergspitzen
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Kurze Pause über der Rhone

Mal schneller, mal langsamer. Mal auf kleinen Strässchen, (ein)mal auf der Kantonsstrasse fährt es sich auf dem gut recherchierten Track stets leicht bergab.

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Noch immer ist es schattig und rundherum gefroren
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Auf der sonnigen Rhoneveloroute sind nun auch vereinzelt andere unterwegs.
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An das Verbot halte ich mich. Ob es nötig war, bezweifle ich.
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Im Genfersee-Mündungsbereich ist die Rhone-Veloroute…
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…teilweise eher ein Wanderweg.

Es geht vorbei am Schloss Chillon, durch Montreux und Vevey. Kurz hinter St. Saphorin biege ich rechts ab und schalte gleich in den ersten Gang. Die Steigung hoch bis fast nach Bellevue schiebe ich teilweise 😉

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Ein kurzer Stop beim olympischen Museum

Mehrheitlich auf der Hauptstrasse fahre ich weiter nach Nyon. Dort beschliesse ich, dass es wohl besser ist, die Umrundung nicht abzuschliessen und nur nach Genf zu fahren – somit bin ich hauptsächlich bei Tageslicht unterwegs gewesen.

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Liegevelofreundliche Velohaken auf der GoldenPass-Linie 🙂