DYI-600er oder Bodensee+(+) reloaded

Plan

Aus eigener Kraft ab Freitagabend vom Emmental aus via Langenthal, Arth, Günzgen (D) nach Buch SH pedalen (220 km), das Bodensee-Brevet – diesmal mit Pfänder – fahren (232 km), am Sonntagmittag wieder nach Hause gefahren sein (150-160 km). Wer mitgerechnet hat: 600 km in 40h – zufälligerweise gerade das entsprechende BRM-Zeitlimit.

Anfahrt

Auf den ersten Metern kurz nach 20 Uhr mache ich schon einen kurzen Stop zur Erfüllung der Bürgerpflicht und lasse mir danach den Plan nochmals durch den Kopf gehen. Phuu!

Auf fast der ganzen Anfahrtroute gibt es bis 02:00 eine eine Gewitterwarnung der Stufe 3. Ich werde also Himmel und Radar im Auge behalten.

Habe ich hier nicht schon mal ein Foto gemacht? Bald wird es eindunkeln…

Besonders eindrücklich sind die Fahrt um den ruhig daliegenden Zugersee ohne Verkehr, Stau um Mitternacht in der Innenstadt von Zürich und eine Stunde später im Wald zwischen Flughafen und Bülach eine Baustelle, wo (um die Uhrzeit!) gearbeitet wird.

Nicht ganz so flott wie um den Zugersee und über die Panzerpiste rollt es sich herrlich entlang der Glatt zur Mündung, wo ich am Wehr das Velo nur durch Umsetzen um die engste Ecke bringe.

Auf der ganzen Anfahrt habe ich nur einen Abzweiger verpasst und damit den nächtlichen Rheinfall noch nicht erlebt.

Bis ich geduscht im Schlafsack liege ist es 03:30.

Brevet Bodensee+

Zum zweiten Mal dieses Jahr fahre ich das gleiche Brevet. Bericht vom April.

Das Zmorgebuffet ist gewohnt super.

Einigen bekannten Gesichtern kann ich beim Zmorge viel Erfolg beim bevorstehenden 400-km-Brevet wünschen. Die groben Schotterstrecken (Schwägalp von Weissbad statt von Urnäsch…) und viele sehr steile Passagen (Vorder Höhi, Pragel, Ibergeregg) tue ich mir nicht an – um den Bodensee muss für heute reichen.
Es freut mich sehr, F, T und F anzutreffen, welche heute ihr erstes Brevet fahren.

Zusammen mit den oben genannten rolle ich los.

Kurz nach dem gemeinsamen Start.

Bei der ersten (flachen) Abfahrt lasse ich es rollen und sehe erst ein paar Stunden später wieder andere Randonneure.

Die gleiche Route wie letztes Mal wähle ich nicht überall. Bei Kressbronn findet das zuvor auf der „Hutablage“ deponierte T-Shirt den Weg in die Kette. Nach etwas Gefriemel ist die Kette zwar wieder drehbar, das Shirt aber definitiv zu nichts mehr zu gebrauchen. Da ich ja noch zum Mittagsrast abgemacht habe, kaufe ich mir also wenige Km später ein Ersatzshirt, welches sich später als viel zu gross herausstellen wird…

Die Auffahrt zum Pfänder ist dank kleinem Gang und Schatten gar nicht so schlimm wie erwartet.

Die Anfahrt zum Pfänder ist landschaftlich reizvoll.
Aussichtspause in der Abfahrt vom Pfänder. Der abgebildete Bremsschirm hat seinen Zweck gut erfüllt.

Beim Rest. Rohrspitz warte ich auf F, T und F. Während ich erfolglos versuche etwas zu dösen, haben Mücken ihren Spass an meiner verschwitzten Haut.
Bis kurz vor Konstanz fahren wir zusammen. Durch die Stadt wähle ich einen mir empfohlenen Weg. Dass die vorgegebene Route nicht fahrbar war, erfahre ich erst später auf den letzten Km des Brevets, welche wir wieder gemeinsam zurücklegen. Um ca. 20 Uhr sind wir im Ziel und geniessen abermals die kulinarischen Highlights von Audax Suisse.

Heimfahrt

Um 0500 rollt das Wäschpi wieder. Zusammen mit F ist das Ziel der heimische Grill zum Zmittag.
Die neblige Morgenstimmung in der Nordostschweiz ist herrlich.

Am Rheinfall am frühen Sonntagmorgen kommen uns Teilnehmer vom 400-km-Brevet entgegen.

In Hohentengen trennen sich fahrzeugbedingt unsere Routen: F rollt über den Hügel, während ich den Wasserläufen entlangdüse. In Brugg treffen wir uns wieder.

Bald zu Hause. Ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe ich schon, keinen Windschatten zu geben.

Am Mittag sind wir zu Hause. Geschafft.

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Bodensee+(+) Brevet 2018

Bodensee+ führt wie es der Name nahelegt um den Bodensee. Das sind gut 200 km, mehrheitlich flach.

Die Handykamera hat anscheinend ein Problem mit dem Autofokus – nächstes Mal kommt hoffentlich wieder eine anständige Cam mit. Sorry!

Anfahrt Teil 1

Eine Woche vor dem Brevet kommt während einer samstagmorgendlichen Fahrt das Velo in die Region des Startorts.

Morgenstimmung zwischen Wynigen und Langenthal

Das noch nicht breveterprobte Wäschpi bekommt dann noch seine erste Kettennachschmierung (nach 4500 km…) und die zweite Reinigung. Mit hilfsbereiten Händen und Fachkunde wird eine neue sich besser im Sichtfeld befindliche GPSr-Halterung und ein Sitzpolster aka Sitzmuldenfüller gemacht. Hat sich beides bewährt, danke!

Anfahrt Teil 2

0430 Wecker.

Die knapp 50 km nach Buch verlaufen gut und im Nachhinein viel zu schnell.

Morgenstimmung zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein (welche ich beide nicht passiert habe…)

Um ca. 0620 erreiche ich Buch SH.

Bodensee+ (Brevetbericht)

Das Brevet ist mit gut 120 gemeldeten Startern ausgebucht – so viele Leute habe ich hier noch nicht angetroffen.

Man munkelt, manche kämen nur der kulinarischen Leckereien wegen – nicht so abwegig:

Teil des Zmorgebuffetangebots.

Neben der grossen Bandbreite an Renn- und Zeitfahrvelos sichte ich nur noch ein „normales Trekkingrad“ – so homogen habe ich das hier noch nicht gesehen.

Nach dem offiziellen Start entledige ich mich unnötiger Kleiderschichten, krabble in die Kiste und rolle irgendwann auch los. Dank gerade zu Beginn häufig leichtem Gefälle finde ich mich bald nicht mehr von Leuchtwestenrennradfahrern umgeben und die deutschen Radwege sind auch noch schön leer..

Wenige Meter vom Fotopunkt in Sipplingen entstand beim letzten 600er das orange Regenbild…

Vor Überlingen scheint die Uferroute gesperrt zu sein und wir werden erstmals bergauf geschickt. In Überlingen selbst kürze ich ab (..jaja..) indem ich durchs Fahrverbot gehe(sic!) und gleich danach auf Tenü Sommer wechsle inkl. Sonnencrèmesession auf Schultern und Brust.

Den ersten CP beim Pfahlbauerdorf suche ich ein paar Minuten und dabei treffe ich auch nochmals die ersten Up-Fahrer.

Bodenseeradweg 🙂 (kurz vor Meersburg?)

Die Erinnerung kommt plötzlich: Meine erste Velomobilsichtung, an die ich mich erinnere seit ich weiss was das ist, war genau hier, bei Nonnenhorn, im Jahr 2013 oder 2014.

Die Berge sehen echt besser aus als auf diesem verschwommenen Bild. Anständige Kamera kommt wieder auf die Packliste!

Die Fahrt durch Lindau und Bregenz ist schön und geprägt von einer stetig wachsender Anzahl anderer Verkehrsteilnehmer auf der Bodenseeveloroute. Nachdem ich schon soo häufig dort durchgefahren bin, habe ich auch erstmals die deutsch-österreichische Grenze wahrgenommen.

Den für heute optionalen Pfänderaufstieg schenke ich mir mit der Ausrede, sowieso noch ein paar Stunden im Sitz zu verbringen (siehe Heimfahrt).

Die Routenführung über das Rheindelta gefällt mir sehr und die Interpretation des Tempo-30-Schildes des vor mir fahrenden Autolenkers passt auch zu meiner Wohlfühlgeschwindigkeit.

8 km/h stehen wenig später im kleinsten Gang kurbelnd auf dem Tacho hoch zum CP 2, wo wir mit dieser Aussicht belohnt werden:

Aussicht über Rorschach

Die versprochene Aussicht wie aus dem Flugzeug ist dank Sonnenschein auch aus dem Fahrzeug erlebbar.

Mittlerweile haben so freie Veloroutenabschnitte so Seltenheitswert, dass ich davon ein Foto machen muss. Und selbst geniesse ich die wärmenden Sonnenstrahlen ja auch 🙂

Am Stau in Konstanz führt auf der vorgegebenen Route kein Weg vorbei. Also geduldig Stop&Go…

Die Veloausfallroute von Konstanz führt geradeaus der Bahnline entlang. Der Track ebenso. Was mich geritten hat, dort mittendrin rechts abzubiegen, kann ich mir irgendwie nicht erklären – zurück auf den Track gibt es dann noch ein unnötiges Stück Naturbelag. A propos:

Auf dem letzten Naturbelagsabschnitt für heute durchs „Moos“ kann ich es nicht lassen, wieder einmal die Grenzen auszuloten. Ausbrechende Räder fühlen sich eigenartig an…

Um 1500 bin ich zurück in Buch, wo es (noch) ganz beschaulich zu und her geht. Fünf Minuten später sind wir neben dem OK schon zu zweit.

Während den folgenden zwei Stunden Pause gibt es ein paar Einblicke in die Vorbereitung eines Tortour-Teilnehmers und natürlich das wiederum leckere Essensangebot von Audax Suisse, auf welches ich mich seit der Abfahrt 7 Stunden früher gefreut habe: Mmmmh!

Randonneure trudeln meist zu zweit ein und allmählich füllt sich der sonnenbeschienene Turnhallenvorplatz wieder mit Personen, Velos und eben erlebten Geschichten.

Heimfahrt

Um noch möglichst viel Tageslicht nutzen zu können, mache ich mich wieder auf den Weg, die für heute geplante kringelförmige Tour zu beenden.

Das selbstgesetzte Ziel, wenn es der Verkehr zulässt möglichst exakt 10 Minuten vor Sonnenuntergang (danach wirds mit der Kamera eh nix mehr) ein Foto von dem zu dem Zeitpunkt gerade vor die Linse kommenden Strassenabschnitts zu machen, habe ich mit diesem Foto erreicht. Die Energie für die Beleuchtung vom Velo kommt möglicherweise von hier und auch wenn sie schon den ganzen Tag an war, bin ich während den kommenden Pedalumdrehungen nochmals sehr froh darum…

Ziemlich pünktlich (aber irrelevant) zum Zielschluss des Brevets erreiche ich 150 km später mein Zuhause – 407 zurückgelegte km für ein 200km-Brevet sind ordentlich…

Nachtfahrt VS, GE, Lac de Joux, Yverdon

Ziemlich spontan entschliesse ich, die geplante Fortsetzung der unvollendeten Genfersee-Runde in Angriff zu nehmen.

Kurz zusammengefasst: Um 1930 in St.Maurice gestartet und kurz zwei mir noch nicht bekannte Varianten der Ortsdurchquerung rekognosiziert.
Auf dem Rhonedamm durch den Gegenwind und gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang am südlichen Genferseeufer entlang. Irgendwann nach Evian ist es richtig dunkel und teils über die Hauptachse, teils über kleinste Strässchen gehts nach Genf, wo die Temperatur noch immer kurz-kurz zulässt.
Wellig durchs Hinterland an die Veloroute 50 (die mir eigentlich nur zwischen Solothurn und Olten bekannt ist und von der ich nicht wusste, dass sie so weit reicht) bis an den Fuss der Hauptsteigung. Im kleinsten Gang und absolut verkehrsfrei auf der Veloroute 7 durch das selbst in tiefster Nacht malerisch schön zu durchfahrende Combes de Amburnex. Bremsen heiss statt Velo schnell laufen lassen hinunter zum Lac de Joux und absolut ruhig diesem entlang – zwischen Bogis und Vallorbe sehe ich kein einziges fahrendes Auto!
Rasante Abfahrt nach Vallorbe und schöne Abfahrt weiter Richtung Yverdon.
Wenige Km vor dem Bahnhof noch 1.5h Schlaf und später im Zug nochmals so viel.

Hat Spass gemacht!

Nur zwei Fotos:

Abendstimmung am Südufer des Lac Leman

Jet d’Eau by Night

Brig-Genf

Um ca. 5 Uhr morgens wage ich mich vor die Haustür. Die erste ÖV-Verbindung nach Brig fährt um 0504 – leider direkt vor meiner Nase und ohne mich. Es handelt sich um einen Regionalzug mit anschliessendem halbstündigem Aufenthalt in Bern: Kurzentschlossen fahre ich die 25km gleich mit dem Velo bei -2°C und erreiche planmässig den ersten IC von Bern nach Brig.

Die geplante Route führt von Brig möglichst auf motorfahrzeugfreiem Asphalt an den Genfersee und im Gegenuhrzeigersinn darum herum.

Auf den ersten Metern sinkt die Tacho-Temperatur von wohliger Zugabteil-Wärme bis -6°C. Der trockene Fahrbahnbelag täuscht und in einer etwas zackig gefahrenen Kurve rutscht das Velo… Ausser ein paar Schrammen an Haut und Velo nichts passiert.

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Erste Sonnenstrahlen auf den Bergspitzen
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Kurze Pause über der Rhone

Mal schneller, mal langsamer. Mal auf kleinen Strässchen, (ein)mal auf der Kantonsstrasse fährt es sich auf dem gut recherchierten Track stets leicht bergab.

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Noch immer ist es schattig und rundherum gefroren
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Auf der sonnigen Rhoneveloroute sind nun auch vereinzelt andere unterwegs.
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An das Verbot halte ich mich. Ob es nötig war, bezweifle ich.
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Im Genfersee-Mündungsbereich ist die Rhone-Veloroute…
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…teilweise eher ein Wanderweg.

Es geht vorbei am Schloss Chillon, durch Montreux und Vevey. Kurz hinter St. Saphorin biege ich rechts ab und schalte gleich in den ersten Gang. Die Steigung hoch bis fast nach Bellevue schiebe ich teilweise 😉

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Ein kurzer Stop beim olympischen Museum

Mehrheitlich auf der Hauptstrasse fahre ich weiter nach Nyon. Dort beschliesse ich, dass es wohl besser ist, die Umrundung nicht abzuschliessen und nur nach Genf zu fahren – somit bin ich hauptsächlich bei Tageslicht unterwegs gewesen.

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Liegevelofreundliche Velohaken auf der GoldenPass-Linie 🙂