La Réunion, Rest

Verschlafen (@#!$-Betriebssystemupdate)! Darum sehe ich weder E-Mail noch SMS, welches mir mitteilt, dass sich mein Abflug um eine gute Stunde nach hinten verschiebt und es folgt eine sehr rasche Verabschiedung, denn wir haben nicht den gleichen Rückflug.

In der Randzone des Zykloks auf den Abflug warten
Ägyptische Sanddünen
Kreta?

Die Nacht verbringe ich in einem der Flughafenhotels in Paris.

Während des sonntagmorgendlichen Spaziergangs komme ich an der live sehr kleinen Concorde vorbei. Auf der anderen Seite steht British Airways (zweitältestes Modell)

Das Wiedersehen erfolgt in Zürich. Danke!

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La Réunion, Teil 2

Vorbei an (einem von mehreren) Brautschleierwasserfällen fahren wir nach Hell Bourg. Dort wandern wir durch verschiedene Vegetationsstufen durch den Wald, beobachten Tenreks (igelähnlich) und Cardinals (knallrote Vögel), geniessen den Wasserfall und die Ruhe bei der Source de Manouilh und kommen auf dem Rückweg durch die Ruinen der ehemaligen Therme.

Hier fehlt bewusst (noch) ein Bild.

Blick in entlegene Winkel des Cirque de Salazie (irgendwo verdeckt rechts unten im Bild unser Tagesziel)

Die Führung in der Vanillefabrik verpassen wir leider. Um Neujahr findet traditionell in den indisch dominierten Bezirken Feuerlaufen statt, was wir uns nicht entgehen lassen wollen.

Am Feuerlauf sind wir nicht die einzigen Zuschauer

Die Autofahrt führt über das Grand Brulée, die neuesten Lavafelder. Diese erkunden wir mit völlig unpassender Fussbekleidung und später einen Lavatunnel (gefunden dank weltweitem Touriführer). Am Nachmittag nehmen wir an einer Führung im Jardin des Parfums et des Epices (Regenwald-Pflanzen) teil, welcher sehr interessant und feucht ist. Starker Regen begleitet uns auf der Auffahrt wiederum zur Gîte du Basse Vallée.

Statt einer geplanten Wanderung durch den Dauerregen machen wir einen Mini-Städtetrip nach St. Joseph und spontan auch gleich St. Pierre. Auch ein Abstecher zur Cascade de Grand Galet liegt drin. Zwischen etlichen Kurven dorthin kann nicht in den zweiten Gang geschaltet werden. Das Cap Méchant besuche ich nun zum 2. Mal, sie zum 5. In der Hütte erfahren wir vom sich nähernden Zyklon, welcher – das vorweg – der Insel zwar während unseres Aufenthalts fernbleiben aber weiterhin viel Regen bringen wird.

Cascade de Grand Galet
Cap Méchant
Dessert in der Gîte de Basse Vallée (das auf dem Teller 😉 )

Die Autorückgabe ist noch unkomplizierter als die Übernahme. Auf dem Markt in St. Paul erstehen wir ein paar (essbare) für Souvenirs, u.a. vom Edelstkaffee. Unser Abschiedsznacht findet auf dem Hotelbalkon statt, weil wir nicht zuletzt des Regens wegen keine Lust haben, weit zu gehen.

La Réunion, Teil 1

Mit dem Expressbus geht es dem Meer entlang nach St. Gilles les Bains.

Dort feiern wir Weihnachten am Strand mit Languste resp. Entenbrust. Dank Jet Lag oder wenig Schlaf in der vorangegangenen Nacht verschlafe ich auch das hier traditionelle Feuerwerk.

24. Dezember 2017

Der Weihnachtstag ist geprägt von Akklimatisation mit einem Strandspaziergang, einer (oder zwei?) ausgedehnten Siesta und sich den Bauch mit Früchten vollschlagen.

Noch mehr Früchte und ein durchsichtiges Kayak versüssen uns den Stephanstag. Es regnet zum ersten Mal kräftig.

Fast bis zum Aussichtspunkt Maïdo fährt der Bus. Wir verweilen oben nur kurz und machen uns auf über Vulkangestein und durch Buschlandschaft zum High Hub Hostel. Bald zieht der mir versprochene Nebel auf und auf solchen Regen sind wir definitiv nicht vorbereitet: Obwohl wir die Unterkunft nur 15 Minuten nach dessen einsetzen erreichen, sind wir klatschnass und einige Kleidungsstücke werden erst Tage später trocken sein. Bei der Unterkunft handelt es sich nur dem Namen nach um ein Hostel.

Die Sterne funkeln klar am Nachthimmel, als wir uns wieder auf dem Wanderweg befinden. La Glacière – dort wurde früher Eis geschlagen und gelagert – passieren wir noch in völliger Dunkelheit und dank sportlichem Tempo sind wir gerade so rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Grand Bénare, dem zweithöchsten Punkt der Insel. Die Rundumsicht ist gewaltig und das improvisierte Zmorge haben wir uns verdient. Weiter auf dem Grat wandern wir zum Petit Bénare. Etwas später machen wir Rast unter/hinter einem kleinen Wasserfall, welchen wir dank in diesem Blog auch schon erwähntem weltweitem Touriführer finden. Der aufziehende Nebel macht den langen Abstieg auf einen Karrweg auch nicht angenehmer. Immerhin kein Regen.

Rechts irgendwo Grand Bénard. Links irgendwo Meer.

Eine gute Stunde brauchen wir zu Fuss zum Bus, welcher viel zu früh fährt und welchen wir somit nur mit etwas Glück und sportlichkeit erwischen. In St. Paul darf ich endlich von den mir bereits aus Erzählungen bekannten Samoussas propieren. Lecker! Die Übernahme des Mietautos klappt. Am Cap Méchant machen wir die erste Autopause. Uns gefällt es hier sehr gut 🙂 . Das Strässchen hinauf zur Gîte du Basse Vallée ist von der Breite für ein solches Auto passend – solange es keinen Gegenverkehr gibt.

Heute steht der Besuch des Grand Bassin in der Nähe von Bois Court an. Die Wanderung hinab und wieder hinauf machen wir zu viert. Abstieg: Regen. Das Grand Bassin selbst ist herrlich, auch wenn es dank Wasserfall und Regen eher kühl ist. Aufstieg, die gleichen ca. 700Hm: Regen. Danke fürs mich herumchauffieren 🙂 . Regen gibt es auch noch bei der Gîte du Volcan, wo wir übernachten.

Wecker. 0245 Regen => Snooze. 0345 Wolken => Snooze. 0430 aufstehen. 0500 vom Parkplatz losgehen – kaum Wolken. Wahrscheinlich wäre es hier auch schon früher klar gewesen. Statt auf dem Vulkankrater erleben wir den Sonnenaufgang eben auf La Fourmica Leo, einem 250-jährigen Seitenkrater. Als Aufstiegsroute wählen wir nicht den gleichen Weg, wie der Mainstream. Eine allfällige Gefährlichkeit wird uns erst später erzählt. Oben nervt der Lärm der Helis – erinnert irgendwie an Orte wie Uluru oder Grand Canyon. Den Silvesterabend dürfen wir in St. Denis auf einer privaten Gartenparty feiern. Merci, Jocia!

Blick vom Kraterrand auf die vorgelagerte Fläche.
Blick in den 300m tiefen Krater, 31.12.2017
Sicherheitstechnisch wären wir besser dem Menschenstrom gefolgt.
Der gemietete Offroader hat seinen Dienst gut erfüllt.

La Réunion, Vorgeschichte

Sie hat sich einen Traum erfüllt mit einem siebenwöchigen Wanderurlaub auf der kleinen tropischen Insel La Réunion im indischen Ozean. Die letzten beiden Wochen darf ich dabeisein: Die letzte Woche vom Jahr 2017 und die erste vom 2018 – mitten in der Regenzeit und zu einer Haupturlaubszeit (Flugpreise und Unterkunftsreservationen….). Vieles ist von sie schon geplant worden und vorweg: Ich werde mich häufig wie mit meinem persönlichen Guide führen.

Zwischen Basel-Mulhouse und Paris sind gerade einmal Teile der Vogesen nicht mit einer Hochnebelschicht überzogen.

Der Flughafentransfer entpuppt sich als komplizierter als angenommen: „der Beschilderung nach“ sehe ich nicht (bin blind, weiss ich im Nachhinein) und mich vorher zu informieren wäre im Nachhinein eine gute Idee gewesen.

Mit einem edlen Stück Fleisch im Magen statt im Rucksack (Einfuhr verboten, habe ich auch erst unterwegs erfahren) zuallerhinterst im Fliegerbauch am Fenster sitzend dösedüse ich nach Süden, wieder über Basel. Diesmal auf Reiseflughöhe.

Ohne Handgepäck interkontinental fliegen hat den Vorteil, dass man obwohl zuletzt ausgestiegen (hinterste Sitzreihe), doch ein frühes Wiedersehen erfolgen kann.

Überführungsfahrt Velomobil, Tag 5 / Rest

Die ersten Meter des Tages legt das Velo mit einem Probefahrer zurück und um ca. 0930 gehts los. Ziel: Mittagessen in Zürich. Zuerst auch vorne rechts noch das Ventil mit einem Schlauch (natürlich inkl. Ventil) austauschen.

Bis Winterthur rollt es auf bekannter und stets ganz leicht abfallender Strecke so, wie ich mir das etwa vorgestellt habe. Wie vermutet, gibt es dort zwei passende Vorderradschläuche (habe ja jetzt keinen mehr dabei und die Eingesetzten sind mit Dichtmilch vollgesaut – nicht ideal für eine Flickaktion).

Hauptstrasse 1 nach Westen – heute ein häufiger Begleiter

Pünktlich erreiche ich den Mittagstermin und um 1330 geht es stadtauswärts im stockenden Verkehr.

In Baden mache ich einen Schlenker (Wendemanöver) wegen einer Baustelle. Immer den Wegweisern „Bern“ folgend geht es mal schneller, mal öfters stockender nach Westen. 17:00 bis 18:00 zu Hause ist gemütlich drin.

In der leichten Gefällestrecke zwischen Safenwil und Oftringen nimmt mir ein entgegenkommender weisser Lieferwagen bei optimalen Sichtbedingungen den Vortritt. Mein Ausweichmanöver führt in die vordere Ecke des dem Lieferwagen nachkommenden Autos: Kawumm!

Kopf OK. Beine OK.

Rechts ganz verkratzt (für mich nicht so tragisch), links zwischen Blinker und hinterem Radkasten viel gerissenes oder gar herausgebrochenes Carbon.

Die Auswertung der GPSr-Daten wird zeigen, wie lange es gedauert hat, bis sich das Velo wieder nach Westen bewegt hat. Dazwischen eine polizeiliche Unfallaufnahme, erste Schmerzen in der Schulter und jede Menge Leute, die beteiligt waren, irgend etwas helfen wollen oder einfach nur da sind – nicht aber der Lieferwagenfahrer.

Das Velo sieht übel zugerichtet aus (linke Chassis-Seite mehrere deutliche Risse, das Tretlager habe ich wohl aus eigener Abfederungskraft 20cm nach vorne geschoben) und mit schleifendem Reifen gebe ich die Überführungsfahrt aus eigener Kraft nach wenigen weiteren Km auf.

Um Mittternacht liege ich im Spitalbett mit Verletzungen an Herzmuskel, Brustbein/Rippe (keine Ahnung, an was ich da aufgeschlagen habe) und Schulter.

Zwei Tage später sind ich kaum leistungsfähig und das Velo kaum fahrtüchtig zu Hause.

Das hätte so nicht sein müssen.

Überführungsfahrt Velomobil, Tag 4

Ja, gestern mit dem Velo die 90km noch nach Hause zu fahren, wäre möglich gewesen. Die Aussicht auf die Abfahrt von Langenbruck nach Balsthal im Dunkeln hat mich dagegen entscheiden lassen.

Gut ausgeschlafen und nach wiederum 1.5h Zug- und Tramfahrt bin ich wieder beim Velo und zuvor gibt es noch eine Probefahrt mit einem anderen Velo. Fährt sich ausgezeichnet 🙂 .

140km, mehrheitlich flach, liegen vor mir, um am Abend weiter von zu Hause entfernt zu sein, als am Morgen. Zuerst die Pneus pumpen, warum haben die nur 3 Bar?


Zwischen den beiden Rheinfelden verstelle ich die Tretlagerposition.
In Stein (AG) neben dem Velo einen Snack kauend, beginnt das linke Vorderrad zu pfeifen. Die Dichtmilch hält nur bis ca. 3 Bar. Also Ventil raus, Schlauch rein – zu Hause wird weitergeschaut.
Auf der Landstrasse nördlich vom Rhein ist in der Sonne ein gutes Vorwärtskommen möglich (ausser Region Waldshut, da stauts).

Eine Pause auf einem Bänkli oben ohne in der Herbstsonne liegend liegt heute auch drin. Da hält auch ein Fahrer mit einem Gazelle-Velo, dessen Ursprungsort mir R am Tag 1 in Dieren gezeigt hat – so klein ist die Welt… T-Shirt wieder trocken. Und diesmal bleibt es auch trocken (für Insider: Das aufgeklebte „DF“ lässt grüssen).

Im bekannten Thurgau rollt es ganz ordentlich.
20 Zentimeter mehr
no comment

Wieder übernachte ich in einem mir bestens bekannten Bett und morgen wird die Überführungsfahrt mit Extraschlaufe abgeschlossen.

Überführungsfahrt Velomobil, Tag 3

Zoll vor 1700 passieren. Das ist das ambitionierte Tagesziel.

Irgendwann vor sieben geht es los. Auf dem stockfinsteren ehemaligen Treidelweg stelle ich die Lampe auf maximale Blendung, ähm Ausleuchtung und pedale gemächlich vor mich hin. Ausser einem Hasen und ein paar Vögeln ist niemand unterwegs.

Saarkanal

Den Kanalweg habe ich 2013 auf der Rückfahrt vom Nordkapp schon einmal befahren (den damaligen Wildcampingplatz bei heute Km 37 erkenne ich wieder) und deshalb ist mir die Brücke mit zwei Treppen aber ohne Fahrbahn bekannt, über welche die Veloroute geführt wird. Statt dort durch fahre ich auf der Strasse.

Kurz vor dem Schild „Autostrasse in 200m“ habe ich einmal kräftig an der Bremse gezogen. Nach der sowieso benötigten Pause habe ich festgestellt, dass das Schild sich auf die Auffahrt bezieht und „meine“ Strasse auch auf der anderen Seite befahrbar ist.
Hier habe ich vor vier Jahren schon ein Foto gemacht. Heute geht es aber auf der Strasse weiter – trotz ein paar Gegensteigungen schneller und sicherer als der unübersichtliche blätterbedeckte Veloweg am Kanal.

Text von 2013.

Bild von 2013 (ganz am Schluss): 

In welligem Terrain bin ich mir trotz ordentlich Höhenmeter nicht sicher, ob ich mit einem Rennvelo oder meinem deutlich leichteren Liegevelo schneller wäre: mit von der vorherigen Abfahrt ordentlich Speed einen Hügel hinaufrollen hat schon was.

Wegen einer Baustelle fahre ich ein paar Zusatz-Km und genau die Kreuzung, wo ich wieder auf meine Strecke einbiege, ist ebenfalls eine Baustelle. Durchschieben geht und beschert mit ein paar komplett autofreie Km auf der Departementsstrasse.

Die Vororte von Strasbourg sind kein Spass, weil ständig rote Ampeln und Veloverbote.

Der Rhein-Rhone-Kanal hingegen ist deutlich angenehmer zu fahren, als es mir in Erinnerung war. Ja, die Schleusen können nie mit Schwung genommen werden (weil keine Sicht), aber sonst top und mittlerweile scheint auch die Sonne.

Ein paar Km zu viel für meinen Geschmack auf der gegenwindbehafteten D468(?) und schon rückt das Tagesziel (siehe Textanfang) in greifbare Nähe.

Nach Deutschland staut es wegen eines Unfalls.
Der deutsche Zöllner schickt mich zuerst zum Schweizer. Nachdem ich dort bezahlt habe, gibt es auch den Ausfuhrstempel – bei einem solchen Betrag ein verständliches Vorgehen.

Es gibt in der Nähe einen Ort, den zu besuchen ich mir schon lange vorgenommen habe und wo ich heute das Velo abstellen kann.

Liebes Team von W&W

Danke!

Zu Fuss und mit ÖV aber ohne Velo gehts nach Hause, um im eigenen Bett zu schlafen und danach die Überführungsfahrt schon noch aus eigener Kraft abzuschliessen. Das(sic!) Basler Tram hat übrigens einen Kratzer von einer Autokarrosserie bekommen – wenn nicht geschaut wird, spielt die Fahrzeuggrösse keine Rolle (darum fahre ich so ungern strassenbegleitende Radwege – dort schaut einfach niemand hin).